Kontakt halten - Kontakt knüpfen

Tag der offenen Tür
vom 4. November 2000

Tag der offenen Türe im Zeichen der Mathematik
cko/hsa. Kürzlich fand der jährliche Tag der offenen Tür der Ehemaligenvereinigung des Wirtschaftsgymnasiums, der Handels- und der Verkehrsschule der Kantonsschule Olten statt. Dieses Jahr war er dem Thema Mathematikgewidmet.

Die Ehemaligen konnten den Unterricht der Klasse 1 LW bei Martin Gerosa und der Klasse 4aW bei Roger Keller besuchen. Die Klasse 1 LW befasste sich mit den Strahlensätzen. Es wurden die drei Strahlensätze repetiert und die Hausaufgaben angeschaut. In der Klasse 4aW wurden die Funktionen repetiert.

Nach den besuchten Lektionen gab es einen Apéro, bei welchem sich die Ehemaligen mit den beiden Lehrern austauschen konnten. Die älteren Ehemaligen erzählten von ihrer Zeit beim Mathematikunterricht. Damals wurden weder die Strahlensätze noch die Funktionen behandelt, es gab auch keine Taschenrechner, alles wurde „m Kopf“ gerechnet. Die beiden Mathematiklehrer berichteten, dass das Kopfrechnen bei den Schüler je länger je mehr zurückgeht. Sobald sie ein paar Zahlen multiplizieren oder dividieren müssen, wird zum Taschenrechner gegriffen. Die Klasse 1 LW wird die erste Klasse sein, die sich einen algebrafähigen Taschenrechner anschafft. Martin Gerosa befürchtet, dass dadurch die Aufgaben nur noch im Taschenrechner eingegeben werden und das Resultat nicht mehr hinterfragt wird. Die Theorie verliert so zunehmend an Bedeutung, die Schüler werden zu reinen Anwendern. Dieses Problem wurde von der Diskussionsrunde auf die Wirtschaft und die Forschung verallgemeinert. Vielerorts werden mathematische Modelle angewendet, sie werden aber oft nicht verstanden.

Ein weiteres Thema war die Stellenaussicht für angehende Mathematiker. Roger Keller berichtete, dass rund 70% der Abgänger seines Jahrgangs nicht Lehrer wurden, sondern bei Banken oder Versicherungen angestellt wurden. Nur der kleinere Teil der Abgänger wird wirklich Mathematiklehrer. Als Mathematiker wird man also nicht zwangsweise Lehrer. Der Frauenanteil bei den Mathematikstudierenden war der nächste Diskussionspunkt. Wie zwei Stundentinnen und frische Absolventinnen erzählten, gibt es an den Unis immer mehr Frauen, die Mathematik studieren. Die Männer sind zu einer Minderheit geworden. Nur an der ETH hat es immer noch mehr Männer als Frauen, wie die beiden vermuten. Dieses Bild könnte für andere Studienrichtungen, die an Unis und an der ETH gelehrt werden ebenso gelten. Die ETH zieht - aus welchen Gründen auch immer - weniger Frauen an.

So ging die Diskussion weiter und verlor sich schlussendlich in Gruppengesprächen. Dass es eine richtige Diskussionsrunde nach dem Schulbesuch gibt ist selten und hat alle gleichermassen erfreut.

Logo